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endlich-endlos-atmen |
von Henry Schneider und Erwin Stache
Musikfestival "Atemlos?!" - Organisator: Steffen Schleiermacher
Inspiriert durch das Thema "Atem und Luft" entstand ein Programm aus Musik, Geräusch,
optischen Effekten und theatralischen Momenten.
Premiere war am 16.01.99 in der Schaubühne Lindenfels in Leipzig

Lichtgruppe 1 - Luftpumpen, vorn rechts Lichtgruppe 2 - Sackheber, vorn links
Lichtgruppe 3 - Pumpstation, Mitte links Lichtgruppe 4 - Jägerstand
Lichtgruppe 5 - Kuppel Lichtgruppe 6 - Akkordeon
Lichtgruppe 7 - Akkordeon 2
Verantwortung - Ballons Luftpumpen - Elektronik
Leuchter mit Ton
atme001 ohne Licht, E. an Atmungsmaschine
| 6 Lautsprecher nach Partitur
atme002
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Plakat holen ------------------------ ------------------------------------------
Licht 1, bis H. das Plakat geholt hat
Plakat streichen - dann Licht 3, Licht 1 aus, Mikro
| atme003
Licht aus = Schluß | auf Zeichen von E. - Licht 3 aus
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Licht an = hinten, Giftspritze | auf Zeichen
von E. - Licht 5
nach vorn kommen Licht 5 aus
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Duett ------------------------- 120 Lungenbläschen
in 4 Kartons Licht 1, ganz wenig
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Abflußschwebe Mikro mit Hall
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Sackheber holen | wenn H. vorn auftaucht,
| dann Licht 2 (1+2)
Duett - Sackheber --------------- Abflußreiniger
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| Gang zum Jägerstand
wenn E. ab, dann Licht 1 aus
Duett - Sackheber ------------- ----
Jägerstand
Licht 4 dazu (2+4)
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Akkordeon 1 auslösen Licht 2+4 aus, Licht 6 an
Luftpumpen und Elektronik Licht 1
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Intermezzo I - Tütenbrett | dazu Licht 2
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Intermezzo II - Gasflasche | dazu Licht 3
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Intermezzo III - Raketen | dazu Licht 5
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Pumpe mit kleinem Ballon nur Licht 1 und 3
Auftritt H.
Duett: Luftballons ---------------------------------------------------------------------------
Ballonorgel
G R O S S E R aufsteigender B A L L O N
K L A N G
Licht überall - auch Decke
Maria ------------------------ ------- Marie
Licht 2 und 4
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Z E I C H E N
----------------------- Akkordeon 2 - Licht 7
nach verschwundenem Ton - Licht aus
Neue Musikzeitung, 2/99
“... Die vollendete Synthese des Szenischen und Technischen gelang in der
aberwitzigen Performance “endlich endlos atmen” von Erwin Stache und Henry Schneider.
Überdimensionierte Gerätschaften gaben der manuellen Klangherstellung eine unverhältnismäßige
Bedeutung und machten sie optisch nachvollziehbar. Die Karikatur der technischen Handhabbarkeit
von Musik nahm auch mögliche Berührungsängste mit synthetisierten Klängen, so daß die
elektronische Hervorhebung und Verarbeitung von Nebengeräuschen ein Klangkontinuum
schaffen konnte, welches als gegenständiges Musikwerk die Aktionen als Mittel und nicht als
Selbstzweck erkennen ließ. ... “
Marcus Erb-Szymanski
Frankfurter Allgemeine, 19.01.99
“... Erwin Stache hat drei Luftpumpen auf ein Brett montiert. Nun sitzt er davor und drückt die
Griffe im Viervierteltakt, körperliche Schwerarbeit für ein paar Luftstöße, bei denen einer wie der
andere klingt. Aber plötzlich, nach einigen Minuten, klingen Töne, weil jetzt der Prozessor eingeschaltet
ist. Die Luft steuert die Klänge, und die Griffe der Pumpen sind sensible Auslöser von Tonfolgen und
Rhythmen: ein Musikinstrument der besonderen Art. Davon hat der Leipziger Komponist und Musiker
Erwin Stache viele im Sortiment, denn er bastelt die Tonerzeuger seiner meist improvisierten Musik
stets selbst, aus Schrott, defekten Elektrogeräten und alten Musikinstrumenten, zum Beispiel Akkordeons.
Eine Reihe skurriler Akkordeon-Maschinen brachten Stache und Schneider in die Schaubühne am
Lindenfels, Veranstaltungsort des vom Komponisten und Pianisten Steffen Schleiermacher jährlich
organisierten Leipziger Neue-Musik-Festival....”
Hanno Ehrler
Leipziger Volkszeitung, 19.01.99
...Zischende Luftpumpen und fliegende Akkordeons ...
“... Überraschend dann Erwin Staches und Henry Schneiders Performance “endlich endlos
atmen”. Die Meister der musikalischen Magie, die von vielen Gralshütern gar nicht als
Komponisten anerkannt werden, näherten sich dem Thema ungewohnt radikal. Da zischten
allerlei Luftpumpen, pfiffen Ballons und tuteten fliegende Akkordeons - viel mehr kann man
zum Thema nicht sagen....”
Hagen Kunze
SZ vom 2.12.2000
Klangaktionen im Gasteig in München
...... Den Schwerpunkt des Abends bildeten vier Stücke von Erwin Stache und Henry Schneider.
In Staches Installationen triumphiert eine absurde Clownerie von nimmermüdem Einfallsreichtum.
Für “Kämpfende Hände” exerzieren zwei auf die Leinwand gebannte Hände auf Klaviertasten eine
visuell fesselnde Toccata. Für “Worte-Schritte-Stimmen” hat Stache und Schneider ein Maschinenwerk
gebastelt, das eigentlich sofort ins Deutsche Museum gehört. Punktanzeigen lassen an Dominosteine
denken. Hinzu kommen Maschinengeräusche und Bandschleifen, auf denen Alphabet, Zahlen und
Tonleitern rattern. Zum Schluß verzaubern “Aktionen in der Schwebe”. Da wird Luft aus Ballons über
Röhren in eine Pfeifenorgel weitergeleitet, da beginnen alte Schachteln zu kommunizieren, da entfaltet
sich ein Klangkosmos aus einer herab schwebenden Zieharmonika, da jubilieren Ballons zum Saalhimmel
und sinken erleichtert wieder herab - und verwandeln die triste Aussegnungshalle des Carl-Orff-Saals in
einen Partyraum genialer Kinder. Vielleicht ist das, was Stache und Schneider machen, ja weder Musik
noch Kunst - aber dann ist es halt etwas noch Besseres.
Anton Sergel